Entwicklungstanks

Filmentwicklung

Wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt, gebe ich Farbfilme zur Entwicklung in die fachkundigen Hände eines örtlichen Fotofachgeschäfts.
Um die S/W-Filme kümmere ich mich selbst.

Nach der Entwicklung geht es bei mir über einen Plustek-Scanner in der weiteren Bild-“Entwicklung” ganz normal weiter mit Lightroom (demnächst Capture One?). Diese hybride Arbeitsweise mag Puristen suspekt erscheinen. Ich habe als Jugendlicher viel Zeit in Fotolaboren verbracht und bin heute sehr froh darüber, nicht mehr unter Anwendung von 4-5 Papiergradationen (weich, spezial, normal, hart extra-hart) mit empirisch ermittelten Belichtungszeiten, Abwedeln und Reiben im Entwicklungsbad die Bilder zum ästhetischen Leben erwecken zu müssen.

Auch ein positiver Aspekt sind die einschlägigen Portale mit Entwicklungszeiten. Eine Seite mit Links erstelle ich noch beizeiten.

S/W-Entwickler

S/W - Filmentwicklung
S/W – Filmentwicklung

Wie man an dem Bild erkennen kann, habe ich gewisse Vorlieben:

Lieblingsentwickler ADOX HR-DEV
  • ein super Feinkornentwickler
  • leicht anzuwendender Einmalentwickler
Emotionale Entwickler
  • Ilford ID11
  • ADOX ATOMAL 49
  • klassische Entwickler auf Stammlösungsbasis für das 60er/70er-Jahre-Feeling
  • gut für die “Push”-Entwicklung
  • Dank Verwandschaft zu Kodak D-76 sehr viele Entwicklungsrezepte
  • sauerstoff-arm dunkel verpackt auch länger haltbar
  • wegen ggf. aufwändiger Mischtemperierung zeitintensiv
  • wohl ziemlich giftig, was man so liest
Praktische Entwickler ADOX FX-39 Typ II
  • eigentlich optimal:
    • ausgleichender, detailreicher Einmalentwickler
    • (fast) ungiftig – für Schulen empfohlen
    • feinkörnig
  • leider:
    • praktisch keine Push-Entwicklung möglich
    • etwas fein(st)-körniger könnte er sein
Zu alt Rodinal und Verwandte

Bei den ersten Entwicklungsversuchen, habe ich mit einem Rodinal-Verwandten experimentiert. Die Art und Weise, wie hier chemisch Schärfe erzeugt wird, ist für das KB-Format einfach für mich nicht mehr zeitgemäß. Verwendung nur noch im “Notfall”.

Gelernte Lektionen:

  • Man soll auf die Umgebungstemperatur achten. Normaler Weise sind die Entwicklungszeiten nicht nur für die Temperatur des Entwicklers angegeben, sondern auch für die Entwicklungsdose und … für die Raumtemperatur. Für alles werden i.d.R. 20 Grad Celsius angenommen.
    Wenn z.B. im Sommer “das Labor” sich auf 25 Grad erhitzt hat, tut man gut daran, die Entwicklungszeit etwas zu verkürzen. Sonst werden die Negative zu dicht und grobkörnig.
  • Man sollte auf den Kipp-Rhythmus achten. Das verändert die Entwicklungsdauer.
    Atomal braucht besonders viel Bewegung. Alle 30 Sekunden sollte es stets sein.

Entwicklungstanks

Entwicklungstanks
Entwicklungstanks

Die beiden Dosen trennen ca. 45 Jahre. Beides sind Jobo-Dosen. Rechts die aktuell Jobo 1520 (2x35mm UniTank) und links meine alte Jobo 1000 von 1974 (No. 1136 – 1x35mm).
Ich verwende in der alten Dose eine von den neuen Spulen. Die alte Spule ist einfach zu porös. Es gab immer wieder Probleme beim Einspulen.

Man merkt aber dass “damals” die Dosen für “zig” Entwicklungen am Tag gefertigt wurden. Das Ganze ist sehr robust ausgeführt. Die aktuelle Dose wird wohl kaum das Lebensalter erreichen. Die Dose selbst ist zu instabil und der Verschluss basiert auf Klemmspannung von Kunststoffteilen.
Ach ja, und wenn man nur eine Spirale verwendet, sichert keine Klemme diese gegen Verrutschen für den Fall, dass man etwas “zu bewegt” entwickelt. Alles sehr “sparsam” für den Preis der neuen Dose. Ich sichere jetzt mit der alten porösen Spule die Spule mit Film gegen Verrutschen.

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